Geht Laufen vor den Hund?

Als Tierhalterin, Hunde-Frauchen, Tierheilpraktikerin und auch Läuferin fällt mir immer wieder auf, wie „unbedarft“ viele Läufer, Hund und Halter mit Begegnung umgehen.
Beide Seiten haben ihre Ansprüche und Bedürfnisse und es ist mir ein persönliches Anliegen, hier eine Brücke für alle Seiten zu schlagen.

Wichtig sei vorweg vielleicht zu sagen: nicht jeder Hund und Halter hat das gleiche Buch gelesen. Das bedeutet grob übersetzt: Prägung, Wissenstand und Wahrnehmung sind immer unterschiedlich ausgebildet. Das gilt für Läufer gleichermassen.

Immer wieder, wenn ich mit Laufgruppen oder einzelnen Laufpartnern unterwegs bin, beobachte ich wie unterschiedlich die Sicht und Wahrnehmung ist und das sich wenig Gedanken über die Bedürfnisse, Ängste und Unsicherheiten des Anderen gemacht wird. Der Eine verlässt sich auf ein korrektes Verhalten des Anderen und unterm Strich sind alle verlassen und der Hund der Leidtragende, aufgrund negativer Erlebnisse die der Hund schnell abspeichert und bei jeder ähnlichen Gelegenheit immer wieder abspielt. Für den Hund und Halter ein höchst komplexer Teufelskreis…

Umgekehrt müssen Läufer nicht zu Hunde-Experten werden, sie sollten einfach etwas mehr beobachten und vorausschauender unterwegs sein. So muss man in der Gruppe auf einem Wald- oder Sandweg nicht unbedingt zu Dritt nebeneinander laufen, wenn man sieht, dass eine Hundebegegung von vorne ansteht. Für die meisten Hunde ist so eine frontale Begegnung schon genug Grund um aus dem Höschen zu hüpfen, da es als unhöflich und „kriegerisch“ unter Hunden gilt.

An diesem Punkt nun aber auch ein Wort an die Hundehalter.
Ruft euren Hund ran, schließt zu ihm auf, leint ihn gegebenenfalls an, stellt euch zwischen Hund und Läufer. Zum einem um dem Hund Sicherheit zu vermitteln und zum anderen auch, um einen Raumpuffer für Eventualitäten zu haben.  Guckt genauer hin wie euer Hund reagiert, wendet er sich ab oder beobachtet er alles ganz genau? Möchte er weiter weg, mehr Distanz zu den Läufern haben? (Diese Hilfestellung hat sich auch bei Kinderwagen, Kind mit Dreirad, Menschen mit Gehilfen usw. bewährt) Bringt eure Hunde nicht in Situationen, wo sie selber über eine Lösung entscheiden müssen.

Liebe Läufer, jetzt seid ihr wieder gefragt.
Wie dicht mögt ihr es, wenn jemand an euch „vorbeitrampelt“? Mal drüber nachgedacht? Versucht zu eurem eigenen Schutz und aus Respekt vor dem Hund einen gewissen Abstand einzuhalten, nehmt eventuell etwas Geschwindigkeit raus und beobachtet aus dem Augenwinkel, starrt den Hund jedoch nicht unnötig an.

Bei Läufen, wo wir ein Hund-Halter-Gespann von hinten überholen, ist es schlichtweg höflich, sich nicht nur durch trampeln und schnaufen bemerkbar zu machen, sondern auch mal gezielt das Wort an den Halter zu richten, wie z.B.: Achtung, Läufer oder „Klingeling“ und dabei natürlich den Hund im Auge behalten. Leider „funktionieren“ nicht alle Hunde so, wie Frauchen und Herrchn es gerne hätten (oder auch wir Läufer), sind vielleicht auch noch jung und mitten in der Ausbildung und Lernphase. An diesem Punkt bringt es herzlich wenig und ändert erst mal nichts an der Situation, dem Hundehalter die Verantwortung zuzuschieben. „Warum ist der Hund nicht angeleint, warum müssen Sie ausgerechnet hier lang gehen, haben Sie ihren Hund nicht im Griff?“ Ich könnte Bücher füllen mit Sprüchen und Floskel, doch hat so ein Spruch jemals was an der aktuellen Situation geändert, geschweige denn, den Hund beeindruckt und zu einem wünschenswerten Lernprozeß gefüht? NEIN!

Ein ganzes Büch würde nicht ausreichen um die unterschiedlichen Formen der Begegnungen abzuhandeln und um zu zeigen, wer wie reagierten könnte oder sollte. Mir geht es einfach darum, etwas zu sensibilisieren. Eine ganz wichtige Sache habe ich für mich bei all den Beobachtungen erkannt:
Mir tut das Tier leid!
Der Läufer nimmt wenig Rücksicht, gewollt oder unwissender Weise, Frauchen und Herrchen sehen oft nicht, wo die Problematik bei ihnen und ihrem Hund liegen, der Hund wird mit Situationen alleine gelassen, die er dann eben versucht auf hundeart und nach seinen biologischen Möglichkeiten zu lösen, was leider oft nicht in unser Gesellschaftsbild passt. Hunde haben nun mal einen anderen Blick auf die Welt und lösen Dinge mit anderen Prioritäten und dafür werden sie dann oft bestraft, ignoriert, geschimpft…. ich mag diese Punkte nicht weiter ausführen!

Nehmt Rücksicht aufeinander, wahrt Distanz, beobachtet und seid euch im Klaren, dass das positive wie negative Lernen eines Hundes zu jeder Zeit stattfinden kann und alles ein Auslöser sein kann.
Übrigens: unser Lernen als Mensch funktioniert genau so und vieles lernen wir durch Nachahmen und stetige Wiederholung. Geht also mit gutem Beispiel voran und der eine oder andere wird euch gerne folgen und „nachahmen“.

 

 

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Earlybird- und Nüchternlauf

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Elbe-Lübeck-Kanal Höhe Rondeshagen

Nachdem ich mir gestern meinen Frust von der Seele geschrieben habe und ein paar liebe Reaktionen bekam, ging es dezent bergauf. Gestern machte ich noch recht spontan die Radbegleitung auf einem 30km Lauf und war so froh und glücklich mich doch noch bewegt zu haben.
Heute morgen wurde ich wegen der Hunde recht früh wach, muss so gegen 7 Uhr gewesen sein. Nachdem meine Äuglein aufgingen, sah ich das ich bei Facebook markiert wurde. Da war jemand schon ganz früh Laufen und schickte mir Motivation in Form eines Fotos mit strahlend blauen Himmeln. DANKE SCHÖN!
Da wollte ich mich natürlich nicht lumpen lassen, raus aus dem Bett und rein in die Laufklamotten und Laufschuhe! 6,5 km bei strahlendem Sonnenschein am Elbe-Lübeck-Kanal entlang. Herrlich!
Warum nur kann es nicht immer so locker-leicht laufen?!? Tja, das ist die Realität, das ist das Leben …

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Irgendwie ist der Wurm drin

Bänderriß am rechten Fuß, Gewichtszunahme (genaue Zahlen möchte ich nicht nennen), Arbeitsalltag und so gar keine Kraft und keine Motivaton für irgendetwas. Halbmarathon-Pläne „zerschossen“, Krafttraining halbherzig rund um den kaputten Fuß und leider nach wie vor einen gesegneten Appetit.
Nach 6 Wochen Zwangspause vorsichtig mit dem Laufen wieder angefangen und auf der Suche nach meiner Kondition.
Nix läuft!

Wie heißt es so oft auf Instagram? Für mehr Realität auf Instagram…
Hier also meine Realität auf dem Blog: seit einiger Zeit ist alles echt schei***
Überall lauert Eßbares, eine Einladung nach der anderen und viel zu wenig Bewegung.
Immer gibt es eine Ausrede nicht zum Sport zu gehen, nicht zu Laufen. Auf der Couch ist es viel gemütlicher, es ist ja schon spät, es ist naß und kalt oder viel zu warm….

… und zack zeigt die Waage Zahlen, die ich mir eher für mein Konto wünschen würde und könnte meine Waage sprechen, würde sie drum bitten, dass die Personen bitte einzelnd auf die Waage steigen mögen. Sowas ist für die Motivation nicht gerade förderlich und natürlich auch nicht für die Ausdauer beim Laufen. Meine Knie und Fußgelenke reichen regelmässig Beschwerde ein.
Momentan habe ich absolut keinen Plan wie es weiter gehen soll.

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Wieviel will oder sollte man heutzutage von sich preisgeben?

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Facebook, Twitter, Snapchat, Instagram, Youtube, Blogs …
Wir können dort „konsumieren“ aber auch „konsumiert werden“.
Immer wieder überlege ich, genau wie gerade jetzt, was und wieviel macht man öffentlich? Warum tun wir es? Geht es um Anerkennung, Verständnis oder vielleicht auch um Motivation, Verpflichtung?
Wieviel von dem was wir zeigen oder gezeigt bekommen ist real?
Wollen die „Konsumenten“ das überhaupt sehen, begleiten und miterleben?
Da gibt es die, die Anteil nehmen, die, die Kritik üben und die, die es einfach kommentarlos übergehen.
Für mich stellt sich aktuell die Frage: möchte ich anderen Einblicke in meinen Kampf für ein gesünderes Leben gewähren? Könnte diese Öffentlichkeit mich stärker motivieren am Ball zu bleiben? Wen interssiert es, was kann an Kritik kommen und wieviel Öffentlichkeit ist gut?

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Jahresrückblick in Zahlen und Möllner Silvesterlauf

imageEs läuft!!
Damit habe ich so nicht wirklich gerechnet nach der Hüftsehnenentzündung und im laufenden Jahr fühlte es sich oft auch nicht so an. Doch es sind ein paar Kilometer zusammen gekommen.

imageLetztes Jahr lief ich beim Möllner Silversterlauf recht zaghafte 4,2 km und hatte noch mit meiner Hüfte zu kämpfen. Anfang Dezember diesen Jahres war mir klar, dieses Jahr müssen es die 10,2 km sein. Da kommen aber noch ein paar Höhenmeter dazu und ausgerechnet heute wurde es kälter und ca. eine Stunde vor dem Start fing es an zu regnen. Mein Schweinehund meldete sich prompt: lass uns doch lieber auf die Couch, da ist warm und trocken, du willst da doch nicht ernsthaft raus …..
Dieser Lauf war ein Lauf gegen mich selbst und meinen Schweinehund! Auf dem ersten Kilometer machte mir die feuchte und kalte Luft in den Lungen zu schaffen und ich kam nur schwer rein. Von oben der kalte Regen, von unten der Matsch und meine Laune war nahe dem Nullpunkt. Es ist meiner diesjährigen Laufbegleitung Vivian zu verdanken, das ich einfach stumpf weiter hinter ihr her gelaufen bin.
Wie war der Spruch?
„Hier ist der Start, da hinten ist das Ziel und dazwischen musst du laufen!“
Ich bin einfach gelaufen, gelaufen und gelaufen. Matschiger Waldboden, Regen, kalter Wind und dann mussten wir bei Kilometer 6 auch noch am Ziel vorbei, wo die deutlich Schnelleren schon ihren ersten Berliner hatten – absolut demotivierend! Ich bin einfach gelaufen, gelaufen und gelaufen.

Laufen hat nicht nur was mit der körperlichen Fitness zu tun, die machte mir heute keine Sorgen, zumal ich beim Ratekauer Nostalgielauf am Sonntag schon 15 km mit ein paar Höhenmetern geschafft hatte. Nein, heute ging es um die mentale Stärke, das Laufen gegen meinen Schweinehund. Doch was soll ich sagen?!?
Diesen Lauf habe ich gewonnen!

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„Das Leben ist das was passiert, während man sein Leben plant“

Ich habe viel geplant und es ist viel passiert, aber selten das, was ich geplant habe, privat-sportlich-beruflich. Viele Tiefen, Enttäuschungen, aber auch Höhepunkte, Erfolgserlebnisse und wunderschöne Momente gab es.
Das Laufen läuft, die Hüfte hält, ich konnte das Laufpensum, die Geschwindigkeit und auch die Kilometer erfolgreich erhöhen und wenigstens einen Teil des Extra-Körpergewichts loswerden. Ich habe sogar wieder an ein paar Laufveranstaltungen teilgenommen und für dieses Jahr steht noch der Silvesterlauf in Mölln an. Letztes Jahr vorsichtige 4,2 km der Hüfte zuliebe und morgen dann die 10,2 km!
Nach wie vor gibt es Tage, an denen ich weniger Lust zum Laufen habe und ich gönne mir auch immer mal wieder ein paar Tage mit Laufpausen. Laufen ist ein Hobby für mich, es soll mir Spaß machen, den Kopf frei machen und nicht zu einer Pflichveranstaltung werden, die runtergespult werden muss.

Somit sind wir bei ein paar grundlegenden Lebenseinstellungen und -ansichten, die sich durch das Laufen bei mir rauskristallisiert haben.
Mäßigkeit gepaart mit bewusstem Genuß und immer mit einem Blick über den Tellerrand.


„Alles geht, nichts muss“


Nach wie vor möchte ich regelmässig Neues ausprobieren und kennenlernen, auch wenn es nur kleine Dinge sind, wie z.B ein für mich unbekanntes Lebensmittel. Ich kann viele Dinge nur dann beurteilen und mir eine Meinung bilden wenn ich mich auch damit auseinander gesetzt habe. Es gibt auf dieser Welt noch so vieles zu entdecken, das reicht locker für ein ganzes Leben!

Eine Lektion, welche ich in den letzten Monaten ein paar mal wiederholen musste, um sie zu verstehen, war:
Mitmenschen kommen und gehen in meinem Leben, die einen begleiten mich ein langes Stück des Weges, während andere nur ein kurzes Stück mitgehen. Einige Menschen verlassen mich für immer, andere treffe ich später wieder, aber alle hinterlassen sie ihre Spuren in meinem Leben, von Allen habe ich etwas gelernt, wenn auch nicht immer nur Positives. Rückblickend hat sich vieles von alleine gefügt und jeder hat seinen eigenen Weg den er gehen muss.

… und all das und noch viel mehr geht mir beim Laufen durch den Kopf und beeinflusst so mein Leben immer wieder auf’s Neue!

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Psst, nicht der Hüfte verraten:

Das Turtlerunner-Shirt kommt zum Einsatz

Das Turtlerunner-Shirt kommt zum Einsatz

Ich und meine Hüfte ( ohne sie gehe ich ungerne irgendwo hin 😉 ) sind heute morgen um kurz nach 8 Uhr über eine Stunde gemütlich am Kanal entlang gelaufen. Wir zwei waren munter bei der Sache, genossen die Sonne, die Natur und die Ruhe.

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Elbe-Lübeck-Kanal Höhe Rondeshagen

Immer wieder „lauerte“ ich drauf, das meine Lieblings-Hüfte zu meckern anfängt, doch sie schien den Lauf genauso genossen zu haben wie ich. Nach ca. 7 km fragte einzig mein rechts Knie an, ob wir etwas Tempo ausnehmen könnten. Ja, kein Problem, wir sind ja nicht unter Zeitdruck!

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Der Rückweg

Während so eines Laufs hat man dann ja auch genug Zeit die Gedanken schweifen zu lassen. Wie habe ich es bloß so lange ohne Laufen ausgehalten? Mehr Schlecht als Recht! Ein Beweis dafür ist  leider mein prächtiges Körpergewicht. Nicht nur durch weniger Verbrennung sonder auch durch vermehrtes Frustfressen ordentlich gepflegt, muss ich nun über 10 Kilo zusätzlich mit zum Laufen nehmen. Deshalb habe ich es meinem Knie auch absolut nicht übel genommen, als es dann doch etwas langsamer wollte.

Zaungäste

Zaungäste

Zuhause wieder angekommen, hatte Maxim schon angefangen das Frühstück vorzubereiten, ich habe noch schnell ein wenig die Hüfte, Oberschenkel, Waden und Po gedehnt und dann konnte ich genüsslich meine Kohlehydratspeicher wieder auffüllen. So lasse ich mir einen Sonntag gefallen und der Lieblings-Hüfte habe ich einfach nicht erzählt, wie lange wir unterwegs waren 😉

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